Zur Steuerung Der Putzbewegungen Der Honigbiene
Das Putzen nektarsammelnder Honigbienen (Apis mellifica) an der Futterquelle, auf das sich die Enthemmungshypothese für Übersprunghandlungen anwenden läßt (PFLUMM, 1969a), wird hinsichtlich der Verteilung der Putzbewcgungen auf die Körperpartien untersucht. Bei konstanter Reizsituation an der Futterquelle hängt die Verteilung der Putzbewegungen auf die Körperpartien von der Anzahl sämtlicher Putzbewegungen pro Besuch - und damit von der Stärke der Aktual-Putzbereitschaft - ab: Je häufiger sich die Bienen während eines Besuchs putzen, desto weiter hinten liegende Körperpartien beziehen sie in den Putzvorgang ein (Abb. I und 2). Die gleiche Anzahl Putzbewegungen pro Besuch - und damit der gleiche Grad der Enthemmung der Potential-Putzbereitschaft (vgl. das Verrechnungsschema bei PrLUMM, 1969a) - ist in verschiedenen Reizsituationen an der Futterquelle zu beobachten. Bei gleich häufigem Putzen führen die Bienen jedoch unterschiedliche Putzbewegungen aus (Abb. 3, 4 und 5): Der Grad der Enthemmung legt also nicht die Verteilung der Putzbewegungen auf die Körperpartien fest. Die Abhängigkeit der verschiedenen Putzbewegungen von der Konzentration des Zuckerwassers, seiner Zuflußgeschwindigkeit und der Lufttemperatur an der Futterquelle ist dargestellt (Abb. 6, 9 und 10). Der Zeitpunkt, zu dem sich die Bienen während des Aufenthalts an der Futterquelle putzen, hängt von der Zuflußgeschwindigkeit ab (Abb. 7). Wechselt dieser Zeitpunkt, ändert sich die Verteilung der Putzbewegungen auf die Körperpartien (Abb. 8). Die Ergebnisse werden mit an Wirbeltieren gewonnenen Resultaten verglichen.

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