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Eine Methode Zum Vergleichenden Studium Der Optischen Wahrnehmungsfähigkeit Höherer Tiere

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[1. Die bisherigen Ergebnisse der Vielfachwahl-Methode von YERKES werden kurz erörtert. 2. Eigene Untersuchungen wurden mit Muscicapa hypoleuca (2 Paare), Parus major (I Paar), Alauda arvensis (I Vogel) und Pyrrhula pyrrhula (2 Vögel) vorgenommen. Die vorgelegten Aufgaben waren z.T. recht schwierig (Wahl des zweiten bzw. sogar dritten Elementes von rechts oder oben), wurden aber mit der für die Kleinvögel offenbar typischen Schnelligkeit erlernt. 3. Die Leistungsfähigkeit war, so weit sie untersucht wurde, innerhalb weiter Grenzen von der Zahl und Art der dargebotenen Elemente unabhängig, bewährte sich trotz Verlagerung der Wahlanordnung und wahrscheinlich auch trotz Veränderungen der Abstände zwischen den Elementen. N a c h s c h r i f t d e s R e d. (HEDIGER): Die stammesgeschichtliche Entwicklung der Tiere mit der Entwicklung ihrer Intelligenz, also gewissermassen die körperliche mit der psychologischen Systematik der Tiere zur Deckung zu bringen, ist ein alter, jedoch unerfüllbarer Wunschtraum der experimentellen Tierpsychologie. Bereits 1900 hat PIERRE HACHET-SOUPLET in seinem Buch "Examen psychologique des animaux" (Paris) den Versuch unternommen, auf Grund der Dressurfähigkeit eine psychologische Klassifikation der Tiere durchzuführen; aber dieses System deckte sich in keiner Weise mit dem zoologischen System. In seiner Arbeit "Du degré de l'intelligence chez les animaux et de leur place dans le système zoologique" (J. de Psychol. XXXIV, 1937) ist auch BIERENS DE HAAN ZU folgendem Schluss gekommen: "Le développement morphologique et le degré d'intelligence ne sont pas aussi fortement liés entre eux qu'on l'a souvent pensé". - Es lässt sich eben auch keine experimentelle Methode finden, welche durchgehends für alle Tiere gleichsinnig anwendbar wäre und vergleichbare Resultate ergäbe, wie es früher der experimentellen Tierpsychologie (z.B. der Labyrinth-Forschung) vorschwebte. 4. Es wird die Frage aufgeworfen, wie es kommt, dass die allermeisten Vögel sowohl in bezug auf Schnelligkeit des Erlernens wie dessen Transponierbarkeit die Primaten so erheblich übertreffen. Die Antwort wird darin gesucht, dass das Erlernen der Vielfachwahl-Aufgaben hauptsächlich eine Sache der Wahrnehmung und des Gedächtnisses ist, während das notwendige Manipulieren auf ein Minimum beschränkt ist. Es wird die Folgerung gezogen, dass die "gute Gestaltung" des Wahrnehmungsfeldes die Überlegenheit stammesgeschichtlich höherer Formen, vor allem der Affen, in verwickelteren Situationen nicht allein erklärt., 1. Die bisherigen Ergebnisse der Vielfachwahl-Methode von YERKES werden kurz erörtert. 2. Eigene Untersuchungen wurden mit Muscicapa hypoleuca (2 Paare), Parus major (I Paar), Alauda arvensis (I Vogel) und Pyrrhula pyrrhula (2 Vögel) vorgenommen. Die vorgelegten Aufgaben waren z.T. recht schwierig (Wahl des zweiten bzw. sogar dritten Elementes von rechts oder oben), wurden aber mit der für die Kleinvögel offenbar typischen Schnelligkeit erlernt. 3. Die Leistungsfähigkeit war, so weit sie untersucht wurde, innerhalb weiter Grenzen von der Zahl und Art der dargebotenen Elemente unabhängig, bewährte sich trotz Verlagerung der Wahlanordnung und wahrscheinlich auch trotz Veränderungen der Abstände zwischen den Elementen. N a c h s c h r i f t d e s R e d. (HEDIGER): Die stammesgeschichtliche Entwicklung der Tiere mit der Entwicklung ihrer Intelligenz, also gewissermassen die körperliche mit der psychologischen Systematik der Tiere zur Deckung zu bringen, ist ein alter, jedoch unerfüllbarer Wunschtraum der experimentellen Tierpsychologie. Bereits 1900 hat PIERRE HACHET-SOUPLET in seinem Buch "Examen psychologique des animaux" (Paris) den Versuch unternommen, auf Grund der Dressurfähigkeit eine psychologische Klassifikation der Tiere durchzuführen; aber dieses System deckte sich in keiner Weise mit dem zoologischen System. In seiner Arbeit "Du degré de l'intelligence chez les animaux et de leur place dans le système zoologique" (J. de Psychol. XXXIV, 1937) ist auch BIERENS DE HAAN ZU folgendem Schluss gekommen: "Le développement morphologique et le degré d'intelligence ne sont pas aussi fortement liés entre eux qu'on l'a souvent pensé". - Es lässt sich eben auch keine experimentelle Methode finden, welche durchgehends für alle Tiere gleichsinnig anwendbar wäre und vergleichbare Resultate ergäbe, wie es früher der experimentellen Tierpsychologie (z.B. der Labyrinth-Forschung) vorschwebte. 4. Es wird die Frage aufgeworfen, wie es kommt, dass die allermeisten Vögel sowohl in bezug auf Schnelligkeit des Erlernens wie dessen Transponierbarkeit die Primaten so erheblich übertreffen. Die Antwort wird darin gesucht, dass das Erlernen der Vielfachwahl-Aufgaben hauptsächlich eine Sache der Wahrnehmung und des Gedächtnisses ist, während das notwendige Manipulieren auf ein Minimum beschränkt ist. Es wird die Folgerung gezogen, dass die "gute Gestaltung" des Wahrnehmungsfeldes die Überlegenheit stammesgeschichtlich höherer Formen, vor allem der Affen, in verwickelteren Situationen nicht allein erklärt.]

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