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Ausdrucks-Studien an Wölfen Gefangenschafts-Beobachtungen

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[Diese Arbeit möchte Vorbereitung und Anfang einer geordneten Darstellung der an gefangenen Wölfen beobachteten Ausdruckserscheinungen sein. Es galt zunächst, die Grundlagen dieser Ordnung zu entwickeln und die Grenzen eines verschwommen erscheinenden Gebiets zu finden. Auf Grund mehrere Jahre dauernder Beobachtung und Beschäftigung mit dem Gegenstand drängte sich die funktionale Abgrenzung des Ausdrucks als die brauchbarste auf: Ausdruck als Funktion des Zusammenlebens! So gefasst muss der Ausdruck in engster Beziehung stehen zu den arttypischen soziologischen Gesetzmässigkeiten. Nach einem skizzenhaften biologischen Überblick wird. deshalb versucht, von der Struktur der Sozietät her die Ausdrucksleistung funktional zu erfassen. Dabei verdient hervorgehoben zu werden, dass die sozialen Verhältnisse auf die Lebensführung in all ihren Aspekten einwirken, und dass die Lebensform jedes Individuums ihrerseits zur Gestaltung der sozialen Situation beiträgt, also Ausdrucksfunktion besitzt. Wird der Rahmen des Ausdrucks so weit gesteckt, so kann die hierarchische Struktur des Ausdrucksganzen nicht übersehen werden. Den übergeordneten, unter Einsatz der "Tierpersönlichkeit" erfolgenden "sozialen Aktionen" stehen als anderes Extrem Erscheinungen gegenüber, die als blosse "Ausschmückung" zur Verschärfung der Ausdruckswirkung zu bewerten sind. Eine Abgrenzung dieser Extreme gegeneinander ist unmöglich. Daher ist das Reservieren der Bezeichnung "Ausdruck" auf jene untergeordneten Erscheinungen - unter denen den geruchlichen und optischen nähere Beachtung geschenkt wurde - unangebracht. Wir haben es mit einer zusammenhängenden Hierarchie der Ausdruckswerte zu tun. In dieser Hierarchie sind die ungerichteten, psychologisch "primitiven" olfaktorischen Veranlagungen zwar z.T. von grosser Bedeutung (für die Fortpflanzung), aber gleichsam überwuchert von den höhern optischen Ausdrucksleistungen des aktuellen sozialen Verkehrs. Damit steht die Unterordnung der Fortpflanzung unter die soziale Sphäre im Einklang. Beim Eindringen in höhere Schichten des Ausdrucks stossen wir auf die gerichteten Ausdruckshandlungen. Ihren Charakter als eigentliche Handlungen bekunden sie vor allem dadurch, dass sie unter dem Einsatz der "Persönlichkeit" erfolgen und der momentanen sozialen Situation ständig angepasst werden. Sie besitzen keineswegs starre Ablaufsgestalt. Das Studium ihrer Formen lässt erkennen, dass diese sich aus einer beschränkten Zahl von arttypischen "Ursprungsformen" zusammensetzen. Vielfältige Vermögen des Einsetzens derselben, der Kombination und der Umgestaltung schaffen aus diesen Grundlagen ein Ausdruckssystem mit anscheinend unbeschränkter Möglichkeit der Nuancierung. Die Betrachtung dieses Ausdrucksganzen legt die Frage nach seinem entwicklungsgeschichtlichen Wandel nahe. Zur Höherentwicklung des Soziallebens gehört Ausdrucksschaffung. Sie bedeutet zunächst die Bereicherung des Ausdrucks durch Aufnahme immer weiterer Teile des Lebens in die soziale Sphäre, dann deren Umgestaltung zu ausschliesslichern Ausdruckserscheinungen. Diese funktionale Spezialisierung, welche auch als "Symbolisierung" 'bezeichnet wird, ist zugleich eine "Degradierung" in der funktionalen Hierarchie der Ausdruckswerte., Diese Arbeit möchte Vorbereitung und Anfang einer geordneten Darstellung der an gefangenen Wölfen beobachteten Ausdruckserscheinungen sein. Es galt zunächst, die Grundlagen dieser Ordnung zu entwickeln und die Grenzen eines verschwommen erscheinenden Gebiets zu finden. Auf Grund mehrere Jahre dauernder Beobachtung und Beschäftigung mit dem Gegenstand drängte sich die funktionale Abgrenzung des Ausdrucks als die brauchbarste auf: Ausdruck als Funktion des Zusammenlebens! So gefasst muss der Ausdruck in engster Beziehung stehen zu den arttypischen soziologischen Gesetzmässigkeiten. Nach einem skizzenhaften biologischen Überblick wird. deshalb versucht, von der Struktur der Sozietät her die Ausdrucksleistung funktional zu erfassen. Dabei verdient hervorgehoben zu werden, dass die sozialen Verhältnisse auf die Lebensführung in all ihren Aspekten einwirken, und dass die Lebensform jedes Individuums ihrerseits zur Gestaltung der sozialen Situation beiträgt, also Ausdrucksfunktion besitzt. Wird der Rahmen des Ausdrucks so weit gesteckt, so kann die hierarchische Struktur des Ausdrucksganzen nicht übersehen werden. Den übergeordneten, unter Einsatz der "Tierpersönlichkeit" erfolgenden "sozialen Aktionen" stehen als anderes Extrem Erscheinungen gegenüber, die als blosse "Ausschmückung" zur Verschärfung der Ausdruckswirkung zu bewerten sind. Eine Abgrenzung dieser Extreme gegeneinander ist unmöglich. Daher ist das Reservieren der Bezeichnung "Ausdruck" auf jene untergeordneten Erscheinungen - unter denen den geruchlichen und optischen nähere Beachtung geschenkt wurde - unangebracht. Wir haben es mit einer zusammenhängenden Hierarchie der Ausdruckswerte zu tun. In dieser Hierarchie sind die ungerichteten, psychologisch "primitiven" olfaktorischen Veranlagungen zwar z.T. von grosser Bedeutung (für die Fortpflanzung), aber gleichsam überwuchert von den höhern optischen Ausdrucksleistungen des aktuellen sozialen Verkehrs. Damit steht die Unterordnung der Fortpflanzung unter die soziale Sphäre im Einklang. Beim Eindringen in höhere Schichten des Ausdrucks stossen wir auf die gerichteten Ausdruckshandlungen. Ihren Charakter als eigentliche Handlungen bekunden sie vor allem dadurch, dass sie unter dem Einsatz der "Persönlichkeit" erfolgen und der momentanen sozialen Situation ständig angepasst werden. Sie besitzen keineswegs starre Ablaufsgestalt. Das Studium ihrer Formen lässt erkennen, dass diese sich aus einer beschränkten Zahl von arttypischen "Ursprungsformen" zusammensetzen. Vielfältige Vermögen des Einsetzens derselben, der Kombination und der Umgestaltung schaffen aus diesen Grundlagen ein Ausdruckssystem mit anscheinend unbeschränkter Möglichkeit der Nuancierung. Die Betrachtung dieses Ausdrucksganzen legt die Frage nach seinem entwicklungsgeschichtlichen Wandel nahe. Zur Höherentwicklung des Soziallebens gehört Ausdrucksschaffung. Sie bedeutet zunächst die Bereicherung des Ausdrucks durch Aufnahme immer weiterer Teile des Lebens in die soziale Sphäre, dann deren Umgestaltung zu ausschliesslichern Ausdruckserscheinungen. Diese funktionale Spezialisierung, welche auch als "Symbolisierung" 'bezeichnet wird, ist zugleich eine "Degradierung" in der funktionalen Hierarchie der Ausdruckswerte.]

Affiliations: 1: (Aus dem Zoologischen Garten Basel und der Zoologischen Anstalt der Universität Basel

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