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Analyse Des Balzverhaltens Eines Domestizierten Truthahns (Meleagris)

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[I. Versuche zur Ermittlung der Schemata "Männchen" und "Weibchen". a. Der von mir untersuchte Truthahn (Meleagris) behandelte alle Menschen als Artgenossen, und zwar reagierte er zur Balzzeit auf alle Männer mit den auf die art-gleichen Weibchen bezüglichen Instinkthandlungen Balz und Begattung, auf Frauen dagegen mit Kampfreaktionen. b. Menschen in Männerkleidung ohne irgendwelche Anhängsel lösten beim, Truthahn immer eine auf sie gerichtete Balz aus. Die Begattungsreaktionen jedoch wurden nur durch einen am Boden liegenden Gegenstand von Huhngrösse ausgelöst. Aus diesem Grunde begattete der auf den Menschen geprägte Truthahn die Truthennen, wenn sie sich zur Paarung vor ihm auf den Boden legten. Er balzte sie jedoch nie an. Nach meinen Versuchen existieren beim Truthahn zwei verschiedene Schemata "Weibchen". Das die Balz auslösende Schema, nämlich ein Mensch ohne baumelnde Anhängsel ist offenbar geprägt und wird wahrscheinlich identisch sein mit dem neutralen Bild des Artgenossen; das die Begattung auslösende Schema "Weibchen" jedoch ist dem Truthahn angeboren. c. Die Kampfreaktionen und auch Fluchtreaktionen wurden immer dann ausgelöst, wenn ein Mensch oder eine Menschenattrappe bewegte, hängende Gegenstände trug, die sich in oder unter der Augenhöhe des Truthahns befanden (Kleidersäume, Hand-taschen, Aktenmappen, Taschentücher). Diese baumelnden Gegenstände mussten einem angeborenen Schema der männlichen Geschlechtsmerkmale entsprechen, auf welche Merkmale des Truthahns sie jedoch Bezug nahmen, ging aus meinen Versuchen nicht hervor. Es könnten der baumelnde Schnabelklunker, die schleppenden Flügel oder aber auch das Bild des zum Kampfe aufspringenden Gegners sein. d. Die rote Farbe scheint nicht unbedingt ins angeborene Schema des Geschlechtsrivalen zu gehören. Die Vermutung ist aber naheliegend, dass sie in gewissen Fällen als Drohsignal auf den Gegner wirken könnte. 2. Analyse des Balzverhaltens. a. Innere Faktoren versetzen den Truthahn in einen Bereitschaftszustand, in dem bestimmte Handlungen durch geeignete Objekte ausgelöst werden können. Dieser Zustand entspricht dem, was HEINROTH, LORENZ und BAERENDS als "Stimmung" bezeichnet haben. b. Die Hauptstimmung "Bereitschaft zur Fortpflanzung" gliedert sich in drei sekundäre Stimmungen "Balz"-, "Kampf"- und "Fluchtstimmung", die ihrerseits wiederum sukzessive in eine Anzahl Stimmungen 3. oder 4. Ordnung übergehen. Innerhalb einer Stimmung I. oder 2. Ordnung stehen dem Truthahne viele Handlungsmöglichkeiten offen, es handelt sich somit um plastische Triebe; eine Stimmung 4. oder 5. Ordnung kann sich aber nur noch in einer ganz bestimmten Bewegungsnorm abreagieren, d.h. in einer Instinkthandlung im LORENZ'schen Sinne. c. Gleichrangige Stimmungen, z.B. Flucht- und Kampfstimmung oder Balz- und Kampfstimmung (Stimmung 2. Ordnung) können tageszeitlich wechselnden Schwellenwert haben, so dass durch das gleiche Objekt bald die eine; bald die andere ausgelöst werden kann. d. Es kam vor, das durch ein Objekt zwei antagonistische Triebe, z.B. Kampf- und Fluchtstimmung oder Kampf- und Begattungsstimmung aktiviert wurden. Die von ihnen ausgehenden motorischen Impulse reagierte der Truthahn in Übersprungbewegungen (TINBERGEN 1940) ab (Kollern, Picken, Wassertrinken). e. Es gelang in den Versuchen zum Teil die erblich koordinierten Handlungskomponenten als Leerlaufreaktionen ablaufen zu lassen und sie so deutlich von den Taxiskomponenten zu trennen. Erblich koordinierte Handlungskomponenten (Instinkthandlungen) sind: Das Balzgehaben, das Kollern, das Trampeln( als Auslöser für das Schwanzheben des Weibchens). Taxiskomponenten dagegen sind: Das Schrägstellen des Schwanzrades, das Scharren vor der Begattung, sowie die seitlichen Körperverschiebungen während der Begattung. f. Die Versuche zeigten, dass die LORENZ'sche Definition des Appetenzverhaltens im gleichen Sinne erweitert werden musste, wie dies schon BAERENDS (1941) getan hatte. Das Appentenzverhalten führt nämlich nicht in allen Fällen zum Ablauf einer Instinkthandlung (Erbkoordination) sondern führt von einer übergeordneten zu einer untergeordneten Stimmung., I. Versuche zur Ermittlung der Schemata "Männchen" und "Weibchen". a. Der von mir untersuchte Truthahn (Meleagris) behandelte alle Menschen als Artgenossen, und zwar reagierte er zur Balzzeit auf alle Männer mit den auf die art-gleichen Weibchen bezüglichen Instinkthandlungen Balz und Begattung, auf Frauen dagegen mit Kampfreaktionen. b. Menschen in Männerkleidung ohne irgendwelche Anhängsel lösten beim, Truthahn immer eine auf sie gerichtete Balz aus. Die Begattungsreaktionen jedoch wurden nur durch einen am Boden liegenden Gegenstand von Huhngrösse ausgelöst. Aus diesem Grunde begattete der auf den Menschen geprägte Truthahn die Truthennen, wenn sie sich zur Paarung vor ihm auf den Boden legten. Er balzte sie jedoch nie an. Nach meinen Versuchen existieren beim Truthahn zwei verschiedene Schemata "Weibchen". Das die Balz auslösende Schema, nämlich ein Mensch ohne baumelnde Anhängsel ist offenbar geprägt und wird wahrscheinlich identisch sein mit dem neutralen Bild des Artgenossen; das die Begattung auslösende Schema "Weibchen" jedoch ist dem Truthahn angeboren. c. Die Kampfreaktionen und auch Fluchtreaktionen wurden immer dann ausgelöst, wenn ein Mensch oder eine Menschenattrappe bewegte, hängende Gegenstände trug, die sich in oder unter der Augenhöhe des Truthahns befanden (Kleidersäume, Hand-taschen, Aktenmappen, Taschentücher). Diese baumelnden Gegenstände mussten einem angeborenen Schema der männlichen Geschlechtsmerkmale entsprechen, auf welche Merkmale des Truthahns sie jedoch Bezug nahmen, ging aus meinen Versuchen nicht hervor. Es könnten der baumelnde Schnabelklunker, die schleppenden Flügel oder aber auch das Bild des zum Kampfe aufspringenden Gegners sein. d. Die rote Farbe scheint nicht unbedingt ins angeborene Schema des Geschlechtsrivalen zu gehören. Die Vermutung ist aber naheliegend, dass sie in gewissen Fällen als Drohsignal auf den Gegner wirken könnte. 2. Analyse des Balzverhaltens. a. Innere Faktoren versetzen den Truthahn in einen Bereitschaftszustand, in dem bestimmte Handlungen durch geeignete Objekte ausgelöst werden können. Dieser Zustand entspricht dem, was HEINROTH, LORENZ und BAERENDS als "Stimmung" bezeichnet haben. b. Die Hauptstimmung "Bereitschaft zur Fortpflanzung" gliedert sich in drei sekundäre Stimmungen "Balz"-, "Kampf"- und "Fluchtstimmung", die ihrerseits wiederum sukzessive in eine Anzahl Stimmungen 3. oder 4. Ordnung übergehen. Innerhalb einer Stimmung I. oder 2. Ordnung stehen dem Truthahne viele Handlungsmöglichkeiten offen, es handelt sich somit um plastische Triebe; eine Stimmung 4. oder 5. Ordnung kann sich aber nur noch in einer ganz bestimmten Bewegungsnorm abreagieren, d.h. in einer Instinkthandlung im LORENZ'schen Sinne. c. Gleichrangige Stimmungen, z.B. Flucht- und Kampfstimmung oder Balz- und Kampfstimmung (Stimmung 2. Ordnung) können tageszeitlich wechselnden Schwellenwert haben, so dass durch das gleiche Objekt bald die eine; bald die andere ausgelöst werden kann. d. Es kam vor, das durch ein Objekt zwei antagonistische Triebe, z.B. Kampf- und Fluchtstimmung oder Kampf- und Begattungsstimmung aktiviert wurden. Die von ihnen ausgehenden motorischen Impulse reagierte der Truthahn in Übersprungbewegungen (TINBERGEN 1940) ab (Kollern, Picken, Wassertrinken). e. Es gelang in den Versuchen zum Teil die erblich koordinierten Handlungskomponenten als Leerlaufreaktionen ablaufen zu lassen und sie so deutlich von den Taxiskomponenten zu trennen. Erblich koordinierte Handlungskomponenten (Instinkthandlungen) sind: Das Balzgehaben, das Kollern, das Trampeln( als Auslöser für das Schwanzheben des Weibchens). Taxiskomponenten dagegen sind: Das Schrägstellen des Schwanzrades, das Scharren vor der Begattung, sowie die seitlichen Körperverschiebungen während der Begattung. f. Die Versuche zeigten, dass die LORENZ'sche Definition des Appetenzverhaltens im gleichen Sinne erweitert werden musste, wie dies schon BAERENDS (1941) getan hatte. Das Appentenzverhalten führt nämlich nicht in allen Fällen zum Ablauf einer Instinkthandlung (Erbkoordination) sondern führt von einer übergeordneten zu einer untergeordneten Stimmung.]

10.1163/156853948X00128
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1948-01-01
2016-08-30

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