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Über Die Jugendentwicklung Beim Luchs (Lynx L. Lynx Kerr.) Und Bei Der Wildkatze (Felis S. Silvestris Schreb.)

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[In der vorliegenden Abhandlung wird die Jugendentwicklung beim Luchs und bei der Wildkatze verglichen, indem das Reifen angeborener Verhaltensweisen und die Entfaltung erworbener Fähigkeiten jeweils gegenüber gestellt werden. Als Beobachtungsobjekte dienten dem Verfasser 7 Jungluchse und 7 junge Wildkatzen, die teils in freier Wildbahn aufgefunden, teils in zoologischen Gärten geboren und grossgezogen waren. Die Luchsbeobachtungen fanden in Polen (1935-38), die Wildkatzenbeobachtungen teils in Polen (Krakau 1938), teils in Deutschland (Hann. Münden 1951) statt. Die Untersuchungen der körperlichen Entwicklung (Gewichtszunahme, Veränderungen in der Fellbeschaffenheit, Dentitionen usw.) ergaben, dass dieser Prozess bedeutend schneller bei der Wildkatze als beim Luchs verläuft. Bei Beurteilung des Reifens angeborener Verhaltensweisen wurde ebenfalls festgestellt, dass dieses bei der Wildkatze rascher, als beim Luchs erfolgt, wenn auch die einzelnen Erscheinungen übereinstimmend sind. Einer gesonderten Betrachtung wurden dabei Bewegungsweisen, Angriff- und Abwehrbewegungen, Ruhestellungen u. dsgl. unterzogen. Als ein besonderer Abschnitt wurde die Nahrungsaufnahme analysiert, wobei die arteigenen Diskrepanzen in der Dauer der Säugeperiode auffallen, die beim Luchs über 6 und bei der Wildkatze nur ca 4 Monate beträgt. Die mit dem Säugen und Jungenpflegen verbundenen Instinkthandlungen des Muttertieres sowie das Verhalten der Jungtiere stimmen bei beiden Arten weitgehend überein. Die Aufnahme fester Nahrung und die Handlungen des Beuteerwerbs treten bei beiden Arten zeitlich übereinstimmend auf, nur der Beuteneid erwacht beim Luchs bedeutend später, da die Jungtiere dieser Art viel länger als die Wildkatzen unter der Obhut der Mutter bleiben und eine in sich geschlossene Familie bilden. Ein späteres Reifen ist beim Luchs auch bezüglich des Zuscharrens von Losung und Urin zu verzeichnen. Das Absetzen der Exkrementen hat bei beiden Arten eine grosse ethologische Bedeutung, da es der Markierung von Reviergrenzen dient und besonders intensiv während der Ranzzeit zum Vorschein tritt. Übereinstimmend sind bei beiden Arten die Handlungen der Körperflege- in ihrem zeitlichen Auftreten und in ihrer Ausführung. Sie reifen schon im Alter von ca 2 Monaten. Genau untersucht wurden die gegenseitigen Beziehungen zwischen dem Muttertier und dem Geheck sowie unter den Geschwistern. Die anfänglich sehr stark ausgeprägte Geheckzusammengehörigheit löst sich allmählich auf, wobei die Auflösung der Familie bei der Wildkatze schon nach 5 Monaten, beim Luchs dagegen erst endgültig nach etwa 10 Monaten erfolgt. Das Kontaktbedürfnis der Jungtiere verwandelt sich im Laufe der Entwicklung in einen immer stärker ausgeprägten Drang zum Einzelgängertum, in eine Unverträglichkeit der Geschwister, die durch den wachsenden Beuteneid gesteigert wird. Den fremden Artgenossen gegenüber wird schon seitens der ganz jungen Tiere eine Abwehr und Abneigung gezeigt, was mit dem Instinkt der Behauptung der Verteidigung des eigenen Lebensraumes im Zusammenhang steht. Das Erkennen der Artgenossen erfolgt vorwiegend auf dem optischen und akustischen Wege, wie es Spiegelversuche und Versuche mit Dermoplastiken und Bildern usw. beweisen. Wie es aus den Beobachtungen an gefangengehaltenen Stücken beider Arten hervorgeht, tritt bei der Wildkatze und besonders stark beim Luchs die bei anderen Feliden sowie verschiedenen anderen Sängern vorkommende Erscheinung des Flehmens (Reaktion auf Kot- und Geschlechtsgeruch der Artgenossen und andere befremdende olfaktorisch-geschmackliche Reize) in einer deutlich ausgeprägten Form auf, was bis jetzt bei Kleinkatzen noch wenig bekannt war. Ferner wird die tiefe Verankerung des Beute- und Kampftriebes im Spieltrieb der Jungtiere dargestellt, indem man die allmähliche Verwandlung der Spiele miteinander, der Beute und verschiedener Gegenständen in entsprechende Handlungen adulter Tiere verfolgen kann. Die Sinnesleistungen konnten nur beim Luchs eingehend untersucht werden da der Verfasser 2 Jungluchse aufzog und erfolgreich zähmte. Es ergab sich, dass diese Art über einen hervorragender Gesicht und Gehörsinn verfügt (Farben-, Helligkeit-Fonnensehen, Unterscheiden von Tonhöhen und Klangfarben usw.). Auch der Tastsinn hat sich als gut entwickelt erwiesen. Der Geruchsinn steht bei beiden Arten deutlich im Hintergrund, die Geschmackempfindlichkeit aber übertrifft diejenige des Löwen, des Tigers, des Leoparden und des Wolfes. Die Untersuchungen der Reaktion auf Feinde lassen das Vorhandensein eines angeborenen Schemas vermuten. Was die Raumorientierung und das Heimfinden anbetrifft, so erfolgen diese vorwiegend auf dem optisch-mnemotaktischen Wege, wobei beim Luchs hervorragende Leistungen zu verzeichnen waren. Er verfügt über ein vorzügliches Ortsgedächtnis, wie es Versuche mit aufgeschobenem Handeln und das Auffinden von selbstangelegten Verstecken bewiesen haben. Ebenfalls stark werden beim Luchs Merkmale der vertrauten Umgebung, des Lebensraumes, wie Wechsel, Ruheplätze usw. eingeprägt. Die Wildkatze hat sich in dieser Hinsicht auch als sehr leistungsfähig erwiesen, wobei man die Kleinräumigkeit des Einzeltierterritoriums bei dieser Art berücksichtigen muss. Was die Untersuchungen über die erworbenen Fähigkeiten anbetrifft, so hat der Verfasser beim Luchs eine deutliche Präadaptation zur Zahmung festgestelllt, während die Wildkatze (europäische) in dieser Hinsicht weniger geeignet ist. Bei beiden Arten, besonders aber beim Luchs, wurde das einwandfreie Erkennen von vertrauten Personen, Selbstdressuren, Erfassen verständlicher Zusammenhänge (Zweilatten-Versuche. Öffnen des Klapp-Kastens durch den dressierten Luchs) u.s.w. festgestellt. Im allgemeinen lässt sich der Luchs als eine "intelligentere" und höher differienzierte Art beurteilen., In der vorliegenden Abhandlung wird die Jugendentwicklung beim Luchs und bei der Wildkatze verglichen, indem das Reifen angeborener Verhaltensweisen und die Entfaltung erworbener Fähigkeiten jeweils gegenüber gestellt werden. Als Beobachtungsobjekte dienten dem Verfasser 7 Jungluchse und 7 junge Wildkatzen, die teils in freier Wildbahn aufgefunden, teils in zoologischen Gärten geboren und grossgezogen waren. Die Luchsbeobachtungen fanden in Polen (1935-38), die Wildkatzenbeobachtungen teils in Polen (Krakau 1938), teils in Deutschland (Hann. Münden 1951) statt. Die Untersuchungen der körperlichen Entwicklung (Gewichtszunahme, Veränderungen in der Fellbeschaffenheit, Dentitionen usw.) ergaben, dass dieser Prozess bedeutend schneller bei der Wildkatze als beim Luchs verläuft. Bei Beurteilung des Reifens angeborener Verhaltensweisen wurde ebenfalls festgestellt, dass dieses bei der Wildkatze rascher, als beim Luchs erfolgt, wenn auch die einzelnen Erscheinungen übereinstimmend sind. Einer gesonderten Betrachtung wurden dabei Bewegungsweisen, Angriff- und Abwehrbewegungen, Ruhestellungen u. dsgl. unterzogen. Als ein besonderer Abschnitt wurde die Nahrungsaufnahme analysiert, wobei die arteigenen Diskrepanzen in der Dauer der Säugeperiode auffallen, die beim Luchs über 6 und bei der Wildkatze nur ca 4 Monate beträgt. Die mit dem Säugen und Jungenpflegen verbundenen Instinkthandlungen des Muttertieres sowie das Verhalten der Jungtiere stimmen bei beiden Arten weitgehend überein. Die Aufnahme fester Nahrung und die Handlungen des Beuteerwerbs treten bei beiden Arten zeitlich übereinstimmend auf, nur der Beuteneid erwacht beim Luchs bedeutend später, da die Jungtiere dieser Art viel länger als die Wildkatzen unter der Obhut der Mutter bleiben und eine in sich geschlossene Familie bilden. Ein späteres Reifen ist beim Luchs auch bezüglich des Zuscharrens von Losung und Urin zu verzeichnen. Das Absetzen der Exkrementen hat bei beiden Arten eine grosse ethologische Bedeutung, da es der Markierung von Reviergrenzen dient und besonders intensiv während der Ranzzeit zum Vorschein tritt. Übereinstimmend sind bei beiden Arten die Handlungen der Körperflege- in ihrem zeitlichen Auftreten und in ihrer Ausführung. Sie reifen schon im Alter von ca 2 Monaten. Genau untersucht wurden die gegenseitigen Beziehungen zwischen dem Muttertier und dem Geheck sowie unter den Geschwistern. Die anfänglich sehr stark ausgeprägte Geheckzusammengehörigheit löst sich allmählich auf, wobei die Auflösung der Familie bei der Wildkatze schon nach 5 Monaten, beim Luchs dagegen erst endgültig nach etwa 10 Monaten erfolgt. Das Kontaktbedürfnis der Jungtiere verwandelt sich im Laufe der Entwicklung in einen immer stärker ausgeprägten Drang zum Einzelgängertum, in eine Unverträglichkeit der Geschwister, die durch den wachsenden Beuteneid gesteigert wird. Den fremden Artgenossen gegenüber wird schon seitens der ganz jungen Tiere eine Abwehr und Abneigung gezeigt, was mit dem Instinkt der Behauptung der Verteidigung des eigenen Lebensraumes im Zusammenhang steht. Das Erkennen der Artgenossen erfolgt vorwiegend auf dem optischen und akustischen Wege, wie es Spiegelversuche und Versuche mit Dermoplastiken und Bildern usw. beweisen. Wie es aus den Beobachtungen an gefangengehaltenen Stücken beider Arten hervorgeht, tritt bei der Wildkatze und besonders stark beim Luchs die bei anderen Feliden sowie verschiedenen anderen Sängern vorkommende Erscheinung des Flehmens (Reaktion auf Kot- und Geschlechtsgeruch der Artgenossen und andere befremdende olfaktorisch-geschmackliche Reize) in einer deutlich ausgeprägten Form auf, was bis jetzt bei Kleinkatzen noch wenig bekannt war. Ferner wird die tiefe Verankerung des Beute- und Kampftriebes im Spieltrieb der Jungtiere dargestellt, indem man die allmähliche Verwandlung der Spiele miteinander, der Beute und verschiedener Gegenständen in entsprechende Handlungen adulter Tiere verfolgen kann. Die Sinnesleistungen konnten nur beim Luchs eingehend untersucht werden da der Verfasser 2 Jungluchse aufzog und erfolgreich zähmte. Es ergab sich, dass diese Art über einen hervorragender Gesicht und Gehörsinn verfügt (Farben-, Helligkeit-Fonnensehen, Unterscheiden von Tonhöhen und Klangfarben usw.). Auch der Tastsinn hat sich als gut entwickelt erwiesen. Der Geruchsinn steht bei beiden Arten deutlich im Hintergrund, die Geschmackempfindlichkeit aber übertrifft diejenige des Löwen, des Tigers, des Leoparden und des Wolfes. Die Untersuchungen der Reaktion auf Feinde lassen das Vorhandensein eines angeborenen Schemas vermuten. Was die Raumorientierung und das Heimfinden anbetrifft, so erfolgen diese vorwiegend auf dem optisch-mnemotaktischen Wege, wobei beim Luchs hervorragende Leistungen zu verzeichnen waren. Er verfügt über ein vorzügliches Ortsgedächtnis, wie es Versuche mit aufgeschobenem Handeln und das Auffinden von selbstangelegten Verstecken bewiesen haben. Ebenfalls stark werden beim Luchs Merkmale der vertrauten Umgebung, des Lebensraumes, wie Wechsel, Ruheplätze usw. eingeprägt. Die Wildkatze hat sich in dieser Hinsicht auch als sehr leistungsfähig erwiesen, wobei man die Kleinräumigkeit des Einzeltierterritoriums bei dieser Art berücksichtigen muss. Was die Untersuchungen über die erworbenen Fähigkeiten anbetrifft, so hat der Verfasser beim Luchs eine deutliche Präadaptation zur Zahmung festgestelllt, während die Wildkatze (europäische) in dieser Hinsicht weniger geeignet ist. Bei beiden Arten, besonders aber beim Luchs, wurde das einwandfreie Erkennen von vertrauten Personen, Selbstdressuren, Erfassen verständlicher Zusammenhänge (Zweilatten-Versuche. Öffnen des Klapp-Kastens durch den dressierten Luchs) u.s.w. festgestellt. Im allgemeinen lässt sich der Luchs als eine "intelligentere" und höher differienzierte Art beurteilen.]

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1955-01-01
2016-12-10

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