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Die Blattrolltechnik Von Apoderus Coryli L. Und Attelabus Nitens Scop. (Coleoptera, Attelabinae)

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[Im vorliegenden Artikel wurde die Konstruktion der Rolle des Apoderus coryli und des Attelabus nitens und die Methoden, in welchen diese Käferarten die Rollen anfertigen untersucht. Jede Handlung der Käfer wurde eingehend betrachtet und ihre Bedeutung erklärt. Die Erklärung wurde hauptsächlich anhand von misslungenen Rollen, welche bei Apoderus nicht selten vorkommen, gegeben. Im Übrigen wurden die Handlungen teleokausal erklärt. Aus den so gefundenen Ergebnissen kann wieder gefolgert werden: I.) Da die zylindrischen Rollen des Apoderus hauptsächlich aus den breiten Blättern der Schwarzerle und der Haselnuss angefertigt werden, sind sie langgezogen von Form. Um diese langgezogenen Rollen anfertigen zu können, muss der Turgor des Blattes bis zu einem gewissen Grade herabgesetzt werden. Dazu wird insbesondere der Schnitt im Blatt angebracht. Für das Gelingen der Rolle ist notwendig, dass der restierende Turgor im Blatt nicht zu niedrig und nicht zu hoch ist. Dies wird mit den zwei verschiedenen Arten des Schnittes erreicht. Um die Spannung im Blatt nicht zu niedrig werden zu lassen wird der einfache Schnitt ins Blatt gemacht. Dieser Schnitt wird vom Blattrand aus, in der Nähe der Blattbasis, bis knapp über den Hauptnerv hinaus durchgeführt, sodass das Blatt durch die andere Blatthälfte mit dem Strauch verbunden bleibt. Die Wasserzufuhr wird dadurch nur teilweise unterbrochen. Diese Schnittart wird bei relativ dünnen Blättern angewandt, welche durch Verdunstung schneller ihren Turgor verlieren als dickere. Apoderus wendet, um die Spannung nicht zu hoch zu halten, die andere Schnittform an relativ dicken Blättern an. Der Schnitt dieser Art wird von einem Blattrand zum anderen durchgezogen, während die Hauptrippe nicht durchgeschnitten, sondern nur tief eingekerbt wird (doppelter Schnitt). Das Blatt ist dann nur noch durch diese eingekerbte Stelle des Hauptnervs mit der Blattbasis verbunden. Die Wasserzufuhr aus der Pflanze wird dadurch ganz unterbunden, wodurch das dicke Blatt schneller seinen Turgor verliert, als wenn es mit dem einfachen Schnitt bearbeitet worden wäre. Die Larve des Apoderus coryli kann nur von feuchtgehaltenem Blattgewebe leben. Sie ist gegen eine zu grosse und zu lange Trockenheit nicht widerstandsfähig. Daher werden die Rollen mit dem doppelten Schnitt durch den Käfer vom Strauch abgeschnitten. Sie fallen auf den Boden und erhalten dort in ausreichendem Masse ihre Feuchtigkeit. Die Rollen mit dem einfachen Schnitt werden durch den Käfer nicht abgeschnitten. Diese Rollen erhalten, wie oben erwähnt, eine bestimmte Wasserzufuhr aus dem Strauch, wodurch das Blattgewebe dieser Rollen grösstenteils lebend und für die Larve genügend feucht bleibt. 2.) Attelabus verwendet zum Anfertigen seiner Rollen die verhältnismässig schmalen Blätter der Eiche und der Esskastanie. Da dieser Käfer ausserdem einen relativ breiten Blattrandstreifen zum Abdichten der Rollenunterseite verwendet, ist seine Rolle kurz und gleicht einem Tönnchen. Für kurze Rollen kann der Blatturgor ohne Schwierigkeit so weit herabgesetzt werden, dass das Blatt vor dem Rollen so schlaff wie ein Lappen wird. In Übereinstimmung hiermit verfügt Attelabus nur über den doppelten Schnitt. Durch die grosse Schlaffheit des Blattes ist dieser Käfer imstande, das Aufrollen rasch abzuschliessen, was wahrscheinlich den Vorteil hat, dass der Parasitismus der Trichogrammide, Poropoea Stollwerckii eingeschränkt wird. Um möglichst rasch aufrollen zu können, ergreift der Käfer neben dem doppelten Schnitt noch andere Massnahmen, die geeignet sind, das Blatt stark verwelken zu lassen. Obgleich Attelabus nur den doppelten Schnitt anwendet, wird die Rolle nicht immer abgeschnitten. In wieweit das von Bedeutung für die Entwicklung der Larven ist, die besonders widerstandsfähig gegen lange Trockenheit sind, wurde nicht untersucht., Im vorliegenden Artikel wurde die Konstruktion der Rolle des Apoderus coryli und des Attelabus nitens und die Methoden, in welchen diese Käferarten die Rollen anfertigen untersucht. Jede Handlung der Käfer wurde eingehend betrachtet und ihre Bedeutung erklärt. Die Erklärung wurde hauptsächlich anhand von misslungenen Rollen, welche bei Apoderus nicht selten vorkommen, gegeben. Im Übrigen wurden die Handlungen teleokausal erklärt. Aus den so gefundenen Ergebnissen kann wieder gefolgert werden: I.) Da die zylindrischen Rollen des Apoderus hauptsächlich aus den breiten Blättern der Schwarzerle und der Haselnuss angefertigt werden, sind sie langgezogen von Form. Um diese langgezogenen Rollen anfertigen zu können, muss der Turgor des Blattes bis zu einem gewissen Grade herabgesetzt werden. Dazu wird insbesondere der Schnitt im Blatt angebracht. Für das Gelingen der Rolle ist notwendig, dass der restierende Turgor im Blatt nicht zu niedrig und nicht zu hoch ist. Dies wird mit den zwei verschiedenen Arten des Schnittes erreicht. Um die Spannung im Blatt nicht zu niedrig werden zu lassen wird der einfache Schnitt ins Blatt gemacht. Dieser Schnitt wird vom Blattrand aus, in der Nähe der Blattbasis, bis knapp über den Hauptnerv hinaus durchgeführt, sodass das Blatt durch die andere Blatthälfte mit dem Strauch verbunden bleibt. Die Wasserzufuhr wird dadurch nur teilweise unterbrochen. Diese Schnittart wird bei relativ dünnen Blättern angewandt, welche durch Verdunstung schneller ihren Turgor verlieren als dickere. Apoderus wendet, um die Spannung nicht zu hoch zu halten, die andere Schnittform an relativ dicken Blättern an. Der Schnitt dieser Art wird von einem Blattrand zum anderen durchgezogen, während die Hauptrippe nicht durchgeschnitten, sondern nur tief eingekerbt wird (doppelter Schnitt). Das Blatt ist dann nur noch durch diese eingekerbte Stelle des Hauptnervs mit der Blattbasis verbunden. Die Wasserzufuhr aus der Pflanze wird dadurch ganz unterbunden, wodurch das dicke Blatt schneller seinen Turgor verliert, als wenn es mit dem einfachen Schnitt bearbeitet worden wäre. Die Larve des Apoderus coryli kann nur von feuchtgehaltenem Blattgewebe leben. Sie ist gegen eine zu grosse und zu lange Trockenheit nicht widerstandsfähig. Daher werden die Rollen mit dem doppelten Schnitt durch den Käfer vom Strauch abgeschnitten. Sie fallen auf den Boden und erhalten dort in ausreichendem Masse ihre Feuchtigkeit. Die Rollen mit dem einfachen Schnitt werden durch den Käfer nicht abgeschnitten. Diese Rollen erhalten, wie oben erwähnt, eine bestimmte Wasserzufuhr aus dem Strauch, wodurch das Blattgewebe dieser Rollen grösstenteils lebend und für die Larve genügend feucht bleibt. 2.) Attelabus verwendet zum Anfertigen seiner Rollen die verhältnismässig schmalen Blätter der Eiche und der Esskastanie. Da dieser Käfer ausserdem einen relativ breiten Blattrandstreifen zum Abdichten der Rollenunterseite verwendet, ist seine Rolle kurz und gleicht einem Tönnchen. Für kurze Rollen kann der Blatturgor ohne Schwierigkeit so weit herabgesetzt werden, dass das Blatt vor dem Rollen so schlaff wie ein Lappen wird. In Übereinstimmung hiermit verfügt Attelabus nur über den doppelten Schnitt. Durch die grosse Schlaffheit des Blattes ist dieser Käfer imstande, das Aufrollen rasch abzuschliessen, was wahrscheinlich den Vorteil hat, dass der Parasitismus der Trichogrammide, Poropoea Stollwerckii eingeschränkt wird. Um möglichst rasch aufrollen zu können, ergreift der Käfer neben dem doppelten Schnitt noch andere Massnahmen, die geeignet sind, das Blatt stark verwelken zu lassen. Obgleich Attelabus nur den doppelten Schnitt anwendet, wird die Rolle nicht immer abgeschnitten. In wieweit das von Bedeutung für die Entwicklung der Larven ist, die besonders widerstandsfähig gegen lange Trockenheit sind, wurde nicht untersucht.]

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