) lebt in Gruppen von 20-30 Individuen. Die vorliegende Arbeit schildert nach Gefangenschaftsbeobachtungen einige Komponenten des Paarverhaltens; sie soll später ergänzt werden durch eine Darstellung der Soziodynamik der Art. Die Paarbildung geschieht durch langsame Annäherung bis zur völligen Vertrautheit. Es treten dabei keine balzartigen Zeremonielle auf. Nur wenige Komponenten (Simultan-rufen, Imponierstellung) sind leicht formalisiert. Die Resultate der zur Abklärung der sozialen Regeln angestellten Begegnungsversuche sind erst teilweise verwertet, doch sind wenigstens die Regeln für die Partnerwahl gestreift. Hingewiesen wird auf das häufige Auftreten von Doppel-Paarbindungen und Umpaarungen. Nur zum Gatten zeigt ein erwachsener Vogel eine grössere, sich in positiven Kontaktformen äussernde soziale Nähe. Wir bezeichnen die nicht an die Fortpflanzungsperiode gebundenen Ausdrucksformen dieses Verhältnisses als neutrales Paarverhalten: es sind Kraulen, Schnabelberührung, Füttern. Kraulen: Die gegenseitige Gefiederpflege bleibt auf Kopf und Vorderkörper beschränkt, was sich als eine noch im Kontaktverhalten bestehende Distanzierung aus-deuten lässt (S. 17). Schnabelberührung : Kurzes Verzahnen der Schnäbel als Kontaktgebärde. Auftreten in vielseitig abgewandelter Situation, z.B. zur Begrüssung, als Besänftigungsgebärde, zur Bekräftigung der Paarbindung bei "Gefahr von aussen" (S. 22), als Kontroll-Schnabelberührung zur Synchronisierung der Gatten während des Fütterns. Die formalen Übergänge zur Verwendung des Schnabels zu Kampf, Kraulen und Füttern regen Überlegungen über die mögliche Genese aus einer dieser Verhaltensweisen an. Die Frage bleibt aber offen, solange keine Vergleiche mit verwandten Arten vorliegen (S. 26 ff.). Füttern: Während der Brutphase wird das Weibchen vom Männchen gefüttert und frisst nicht selbständig. Oft hält sich das Füttern über die Brutphase hinaus und wird also Teil des neutralen Paarverhaltens. In der Kette der Komponenten BettelnSchnabelberührung-Aufwürgen-Übergabe ist beachtenswert die zur Übergabe des Futters unerlässliche Synchronisation der Tiere (S. 19) und der Bereitschaftsruf (S. 20), der die Kontroll-Schnabelberührung ersetzen und den Ablauf wesentlich beschleunigen kann. Balz und Paarung: Der Balztanz des Männchens besteht vor allem aus mannigfachen Bewegungsinitien als Ausdruck der sexuellen Erregung. Jedes Männchen hat einen individuellen Balzstil, indem es nur eine Auswahl der artspezifischen Komponenten ausführt. Einige Beispiele versuchen dieser Tatbestand näher darzustellen (S. 35 ff.). Besondere Probleme der Stimulation stellt die aussergewöhnliche Länge des Coitus (S. 46). Bedeutsam ist auch das sowohl in Vorspiel wie Nachspiel eingeschaltete Füttern - es stellt schwierige Fragen der Motivation (S. 45). Die Motivation des Paarverhaltens ist erst teilweise geklärt. Auch generelle methodische Probleme sind noch offen. Von den Beobachtungen her drängt sich die Feststellung auf, dass der Zusammenhalt des Paares durch eine positiv-soziale Tendenz gewährleistet wird, die im Sinne von CRAIG-KORTLANDT zu der "quiescing situation" des Beisammenseins in einer bestimmten sozialen Distanz führt, und damit die Grundlage zu den für diese Stufe der sozialen Nähe typischen Kontaktbewegungen bildet. Sie wirkt dem Auseinanderfallen der Gemeinschaft entgegen und als kampfhemmendes Element auch formend auf Balz und Paarbildung.]" /> Aspekte Des Paarverhaltens Von Agapornis Personata Reichenow (Aves, Psittacidae, Loriini)  »  Brill Online
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Aspekte Des Paarverhaltens Von Agapornis Personata Reichenow (Aves, Psittacidae, Loriini)

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[Der ostafrikanische Papagei Agapornis personata Reichenow 1) lebt in Gruppen von 20-30 Individuen. Die vorliegende Arbeit schildert nach Gefangenschaftsbeobachtungen einige Komponenten des Paarverhaltens; sie soll später ergänzt werden durch eine Darstellung der Soziodynamik der Art. Die Paarbildung geschieht durch langsame Annäherung bis zur völligen Vertrautheit. Es treten dabei keine balzartigen Zeremonielle auf. Nur wenige Komponenten (Simultan-rufen, Imponierstellung) sind leicht formalisiert. Die Resultate der zur Abklärung der sozialen Regeln angestellten Begegnungsversuche sind erst teilweise verwertet, doch sind wenigstens die Regeln für die Partnerwahl gestreift. Hingewiesen wird auf das häufige Auftreten von Doppel-Paarbindungen und Umpaarungen. Nur zum Gatten zeigt ein erwachsener Vogel eine grössere, sich in positiven Kontaktformen äussernde soziale Nähe. Wir bezeichnen die nicht an die Fortpflanzungsperiode gebundenen Ausdrucksformen dieses Verhältnisses als neutrales Paarverhalten: es sind Kraulen, Schnabelberührung, Füttern. Kraulen: Die gegenseitige Gefiederpflege bleibt auf Kopf und Vorderkörper beschränkt, was sich als eine noch im Kontaktverhalten bestehende Distanzierung aus-deuten lässt (S. 17). Schnabelberührung : Kurzes Verzahnen der Schnäbel als Kontaktgebärde. Auftreten in vielseitig abgewandelter Situation, z.B. zur Begrüssung, als Besänftigungsgebärde, zur Bekräftigung der Paarbindung bei "Gefahr von aussen" (S. 22), als Kontroll-Schnabelberührung zur Synchronisierung der Gatten während des Fütterns. Die formalen Übergänge zur Verwendung des Schnabels zu Kampf, Kraulen und Füttern regen Überlegungen über die mögliche Genese aus einer dieser Verhaltensweisen an. Die Frage bleibt aber offen, solange keine Vergleiche mit verwandten Arten vorliegen (S. 26 ff.). Füttern: Während der Brutphase wird das Weibchen vom Männchen gefüttert und frisst nicht selbständig. Oft hält sich das Füttern über die Brutphase hinaus und wird also Teil des neutralen Paarverhaltens. In der Kette der Komponenten BettelnSchnabelberührung-Aufwürgen-Übergabe ist beachtenswert die zur Übergabe des Futters unerlässliche Synchronisation der Tiere (S. 19) und der Bereitschaftsruf (S. 20), der die Kontroll-Schnabelberührung ersetzen und den Ablauf wesentlich beschleunigen kann. Balz und Paarung: Der Balztanz des Männchens besteht vor allem aus mannigfachen Bewegungsinitien als Ausdruck der sexuellen Erregung. Jedes Männchen hat einen individuellen Balzstil, indem es nur eine Auswahl der artspezifischen Komponenten ausführt. Einige Beispiele versuchen dieser Tatbestand näher darzustellen (S. 35 ff.). Besondere Probleme der Stimulation stellt die aussergewöhnliche Länge des Coitus (S. 46). Bedeutsam ist auch das sowohl in Vorspiel wie Nachspiel eingeschaltete Füttern - es stellt schwierige Fragen der Motivation (S. 45). Die Motivation des Paarverhaltens ist erst teilweise geklärt. Auch generelle methodische Probleme sind noch offen. Von den Beobachtungen her drängt sich die Feststellung auf, dass der Zusammenhalt des Paares durch eine positiv-soziale Tendenz gewährleistet wird, die im Sinne von CRAIG-KORTLANDT zu der "quiescing situation" des Beisammenseins in einer bestimmten sozialen Distanz führt, und damit die Grundlage zu den für diese Stufe der sozialen Nähe typischen Kontaktbewegungen bildet. Sie wirkt dem Auseinanderfallen der Gemeinschaft entgegen und als kampfhemmendes Element auch formend auf Balz und Paarbildung., Der ostafrikanische Papagei Agapornis personata Reichenow 1) lebt in Gruppen von 20-30 Individuen. Die vorliegende Arbeit schildert nach Gefangenschaftsbeobachtungen einige Komponenten des Paarverhaltens; sie soll später ergänzt werden durch eine Darstellung der Soziodynamik der Art. Die Paarbildung geschieht durch langsame Annäherung bis zur völligen Vertrautheit. Es treten dabei keine balzartigen Zeremonielle auf. Nur wenige Komponenten (Simultan-rufen, Imponierstellung) sind leicht formalisiert. Die Resultate der zur Abklärung der sozialen Regeln angestellten Begegnungsversuche sind erst teilweise verwertet, doch sind wenigstens die Regeln für die Partnerwahl gestreift. Hingewiesen wird auf das häufige Auftreten von Doppel-Paarbindungen und Umpaarungen. Nur zum Gatten zeigt ein erwachsener Vogel eine grössere, sich in positiven Kontaktformen äussernde soziale Nähe. Wir bezeichnen die nicht an die Fortpflanzungsperiode gebundenen Ausdrucksformen dieses Verhältnisses als neutrales Paarverhalten: es sind Kraulen, Schnabelberührung, Füttern. Kraulen: Die gegenseitige Gefiederpflege bleibt auf Kopf und Vorderkörper beschränkt, was sich als eine noch im Kontaktverhalten bestehende Distanzierung aus-deuten lässt (S. 17). Schnabelberührung : Kurzes Verzahnen der Schnäbel als Kontaktgebärde. Auftreten in vielseitig abgewandelter Situation, z.B. zur Begrüssung, als Besänftigungsgebärde, zur Bekräftigung der Paarbindung bei "Gefahr von aussen" (S. 22), als Kontroll-Schnabelberührung zur Synchronisierung der Gatten während des Fütterns. Die formalen Übergänge zur Verwendung des Schnabels zu Kampf, Kraulen und Füttern regen Überlegungen über die mögliche Genese aus einer dieser Verhaltensweisen an. Die Frage bleibt aber offen, solange keine Vergleiche mit verwandten Arten vorliegen (S. 26 ff.). Füttern: Während der Brutphase wird das Weibchen vom Männchen gefüttert und frisst nicht selbständig. Oft hält sich das Füttern über die Brutphase hinaus und wird also Teil des neutralen Paarverhaltens. In der Kette der Komponenten BettelnSchnabelberührung-Aufwürgen-Übergabe ist beachtenswert die zur Übergabe des Futters unerlässliche Synchronisation der Tiere (S. 19) und der Bereitschaftsruf (S. 20), der die Kontroll-Schnabelberührung ersetzen und den Ablauf wesentlich beschleunigen kann. Balz und Paarung: Der Balztanz des Männchens besteht vor allem aus mannigfachen Bewegungsinitien als Ausdruck der sexuellen Erregung. Jedes Männchen hat einen individuellen Balzstil, indem es nur eine Auswahl der artspezifischen Komponenten ausführt. Einige Beispiele versuchen dieser Tatbestand näher darzustellen (S. 35 ff.). Besondere Probleme der Stimulation stellt die aussergewöhnliche Länge des Coitus (S. 46). Bedeutsam ist auch das sowohl in Vorspiel wie Nachspiel eingeschaltete Füttern - es stellt schwierige Fragen der Motivation (S. 45). Die Motivation des Paarverhaltens ist erst teilweise geklärt. Auch generelle methodische Probleme sind noch offen. Von den Beobachtungen her drängt sich die Feststellung auf, dass der Zusammenhalt des Paares durch eine positiv-soziale Tendenz gewährleistet wird, die im Sinne von CRAIG-KORTLANDT zu der "quiescing situation" des Beisammenseins in einer bestimmten sozialen Distanz führt, und damit die Grundlage zu den für diese Stufe der sozialen Nähe typischen Kontaktbewegungen bildet. Sie wirkt dem Auseinanderfallen der Gemeinschaft entgegen und als kampfhemmendes Element auch formend auf Balz und Paarbildung.]

Affiliations: 1: (Zoologisches Institut der Universität und Zoologischer Garten Basel

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