und Rückwärtsschwimmen können daher als Verhaltensrudimente bezeichnet werden. 5. Die ethologischen Ergebnisse sprechen gegen eine Einteilung der Gattung in drei Artengruppen. Durch das Auffinden einer Seitwärtsbalz bei monlezumae montezumae, die in allen Einzelheiten mit der Wiegebalz von helleri übereinstimmt, rücken diese beiden Arten so nahe zusammen, daß eine Unterscheidung von montezumae und holleri-Gruppe nicht mehr gerechtfertigt erscheint. X. pygmaeus zeigt, wenn man neben der Nominatform auch die Subspezies nigrensis berücksichtigt, sowohl zu helleri als auch zu montezumae verwandtschaftliche Beziehungen. Es wird vorgeschlagen, zu einer Einteilung in die beiden Subgenera Platypoecilus (Platies) und Xipliophorus (Schwertträger) zurückzukehren. 6. Xiphophorus milleri erwies sich vom vergleichend-etlrologischen Standpunkt aus als ein typischer Vertreter der Platies. 7. Die Frage, ob yordoni als selbständige Art oder Unterart von couchianus aufzufassen ist, wird erneut zur Diskussion gestellt. 8. Dic Aufhebung der Unterartgrenzen von helleri wird von den vergleichend-ethologischen Befunden gestützt. 9. Die auf Grund von Verhaltensmerkma1en ursprünglich vermutete Sonderstellung von maculatus innerhalb der L'ntergattung Platypoccilus konnte nicht bestätigt werden., I. Im Anschluß an eine frühere Arbeit (FRANCK, 1964) konnten inzwischen für einen ethologischen Vergleich innerhalb der Gattung Xiphophorus (Pisces, Poeciliidae) weitere Arten und Unterarten herangezogen werden. Auffallende Verhaltensunterschiede ergeben sich in erster Linie für die Wiegebalz und das innerartliche S-Drohen. Es wird versucht, aus den vergleichend-ethologischen Daten auf eine ursprüngliche Form der Verhaltensweisen zu schließen. 2. Die Stammform der Gattung Xiphophorus muß bereits über eine Wiegebalz verfügt haben, die in Seitwärtsbalz mit Alternieren zwischen Vorwärts- und Rückwärtsphase und in Frontalbalz mit alternierendem Seitenwechsel differenziert war. Die Seitwärtsbalz war in der Vorwärtsphase durch mehr oder minder deutliches Aufrichten der Dorsalen und der zum ♀ gewandten Ventralen ausgezeichnet. In der Frontalbalz wurde beim Seitenwechsel eine der beiden Ventralen aufgerichtet. 3. Von den gekennzeichneten ursprünglichen Verhältnissen der W icgebalz lassen sich Merkmale ableiten, die als eine Folge sekurrdär er Evolutionsprozesse betrachtet werden können. Besonders auffallend sind eine Reihc degenerativer Tendenzen, die meistens nur Teile der Wiegebalz betreffen, bei maculatus aber auch den ganzen Komplex der Wiegebalz erfaßt haben. Bei variatus, pygmaeus pygmaeus und helleri fehlt z.B. die Frontalbalz. Bei xiphidium und einem der beiden Stämme von montezumae cortezi (MOC) ist die Seitwärtsbalz sekundär verlorengegangen. 4. Aus Beobachtungen an F1-Bastarden Variatus x xiphidiuna und dem Ergebnis von Testosteronbehandlungen fertiler ynac2clatus- ♂♂ läßt sich folgern, daß Vorwärts,,balz" und Rückwärtsschwimmen von Xiphoplaorus maculatus reduzierte Elemente einer Wiegebalz sind. Während die beiden Elemente ursprünglich in einer Verhaltensweise, der Wiegebalz, integriert waren, treten sie jetzt im Normalverhalten unabhängig und getrennt voneinander auf und sind funktionslos. Vorwärts,, balz,, und Rückwärtsschwimmen können daher als Verhaltensrudimente bezeichnet werden. 5. Die ethologischen Ergebnisse sprechen gegen eine Einteilung der Gattung in drei Artengruppen. Durch das Auffinden einer Seitwärtsbalz bei monlezumae montezumae, die in allen Einzelheiten mit der Wiegebalz von helleri übereinstimmt, rücken diese beiden Arten so nahe zusammen, daß eine Unterscheidung von montezumae und holleri-Gruppe nicht mehr gerechtfertigt erscheint. X. pygmaeus zeigt, wenn man neben der Nominatform auch die Subspezies nigrensis berücksichtigt, sowohl zu helleri als auch zu montezumae verwandtschaftliche Beziehungen. Es wird vorgeschlagen, zu einer Einteilung in die beiden Subgenera Platypoecilus (Platies) und Xipliophorus (Schwertträger) zurückzukehren. 6. Xiphophorus milleri erwies sich vom vergleichend-etlrologischen Standpunkt aus als ein typischer Vertreter der Platies. 7. Die Frage, ob yordoni als selbständige Art oder Unterart von couchianus aufzufassen ist, wird erneut zur Diskussion gestellt. 8. Dic Aufhebung der Unterartgrenzen von helleri wird von den vergleichend-ethologischen Befunden gestützt. 9. Die auf Grund von Verhaltensmerkma1en ursprünglich vermutete Sonderstellung von maculatus innerhalb der L'ntergattung Platypoccilus konnte nicht bestätigt werden.]" /> Weitere Untersuchungen Zur Vergleichenden Ethologie Der Gattung Xiphophorus (Pisces)  »  Brill Online
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[I. Im Anschluß an eine frühere Arbeit (FRANCK, 1964) konnten inzwischen für einen ethologischen Vergleich innerhalb der Gattung Xiphophorus (Pisces, Poeciliidae) weitere Arten und Unterarten herangezogen werden. Auffallende Verhaltensunterschiede ergeben sich in erster Linie für die Wiegebalz und das innerartliche S-Drohen. Es wird versucht, aus den vergleichend-ethologischen Daten auf eine ursprüngliche Form der Verhaltensweisen zu schließen. 2. Die Stammform der Gattung Xiphophorus muß bereits über eine Wiegebalz verfügt haben, die in Seitwärtsbalz mit Alternieren zwischen Vorwärts- und Rückwärtsphase und in Frontalbalz mit alternierendem Seitenwechsel differenziert war. Die Seitwärtsbalz war in der Vorwärtsphase durch mehr oder minder deutliches Aufrichten der Dorsalen und der zum ♀ gewandten Ventralen ausgezeichnet. In der Frontalbalz wurde beim Seitenwechsel eine der beiden Ventralen aufgerichtet. 3. Von den gekennzeichneten ursprünglichen Verhältnissen der W icgebalz lassen sich Merkmale ableiten, die als eine Folge sekurrdär er Evolutionsprozesse betrachtet werden können. Besonders auffallend sind eine Reihc degenerativer Tendenzen, die meistens nur Teile der Wiegebalz betreffen, bei maculatus aber auch den ganzen Komplex der Wiegebalz erfaßt haben. Bei variatus, pygmaeus pygmaeus und helleri fehlt z.B. die Frontalbalz. Bei xiphidium und einem der beiden Stämme von montezumae cortezi (MOC) ist die Seitwärtsbalz sekundär verlorengegangen. 4. Aus Beobachtungen an F1-Bastarden Variatus x xiphidiuna und dem Ergebnis von Testosteronbehandlungen fertiler ynac2clatus- ♂♂ läßt sich folgern, daß Vorwärts,,balz" und Rückwärtsschwimmen von Xiphoplaorus maculatus reduzierte Elemente einer Wiegebalz sind. Während die beiden Elemente ursprünglich in einer Verhaltensweise, der Wiegebalz, integriert waren, treten sie jetzt im Normalverhalten unabhängig und getrennt voneinander auf und sind funktionslos. Vorwärts,, balz,, und Rückwärtsschwimmen können daher als Verhaltensrudimente bezeichnet werden. 5. Die ethologischen Ergebnisse sprechen gegen eine Einteilung der Gattung in drei Artengruppen. Durch das Auffinden einer Seitwärtsbalz bei monlezumae montezumae, die in allen Einzelheiten mit der Wiegebalz von helleri übereinstimmt, rücken diese beiden Arten so nahe zusammen, daß eine Unterscheidung von montezumae und holleri-Gruppe nicht mehr gerechtfertigt erscheint. X. pygmaeus zeigt, wenn man neben der Nominatform auch die Subspezies nigrensis berücksichtigt, sowohl zu helleri als auch zu montezumae verwandtschaftliche Beziehungen. Es wird vorgeschlagen, zu einer Einteilung in die beiden Subgenera Platypoecilus (Platies) und Xipliophorus (Schwertträger) zurückzukehren. 6. Xiphophorus milleri erwies sich vom vergleichend-etlrologischen Standpunkt aus als ein typischer Vertreter der Platies. 7. Die Frage, ob yordoni als selbständige Art oder Unterart von couchianus aufzufassen ist, wird erneut zur Diskussion gestellt. 8. Dic Aufhebung der Unterartgrenzen von helleri wird von den vergleichend-ethologischen Befunden gestützt. 9. Die auf Grund von Verhaltensmerkma1en ursprünglich vermutete Sonderstellung von maculatus innerhalb der L'ntergattung Platypoccilus konnte nicht bestätigt werden., I. Im Anschluß an eine frühere Arbeit (FRANCK, 1964) konnten inzwischen für einen ethologischen Vergleich innerhalb der Gattung Xiphophorus (Pisces, Poeciliidae) weitere Arten und Unterarten herangezogen werden. Auffallende Verhaltensunterschiede ergeben sich in erster Linie für die Wiegebalz und das innerartliche S-Drohen. Es wird versucht, aus den vergleichend-ethologischen Daten auf eine ursprüngliche Form der Verhaltensweisen zu schließen. 2. Die Stammform der Gattung Xiphophorus muß bereits über eine Wiegebalz verfügt haben, die in Seitwärtsbalz mit Alternieren zwischen Vorwärts- und Rückwärtsphase und in Frontalbalz mit alternierendem Seitenwechsel differenziert war. Die Seitwärtsbalz war in der Vorwärtsphase durch mehr oder minder deutliches Aufrichten der Dorsalen und der zum ♀ gewandten Ventralen ausgezeichnet. In der Frontalbalz wurde beim Seitenwechsel eine der beiden Ventralen aufgerichtet. 3. Von den gekennzeichneten ursprünglichen Verhältnissen der W icgebalz lassen sich Merkmale ableiten, die als eine Folge sekurrdär er Evolutionsprozesse betrachtet werden können. Besonders auffallend sind eine Reihc degenerativer Tendenzen, die meistens nur Teile der Wiegebalz betreffen, bei maculatus aber auch den ganzen Komplex der Wiegebalz erfaßt haben. Bei variatus, pygmaeus pygmaeus und helleri fehlt z.B. die Frontalbalz. Bei xiphidium und einem der beiden Stämme von montezumae cortezi (MOC) ist die Seitwärtsbalz sekundär verlorengegangen. 4. Aus Beobachtungen an F1-Bastarden Variatus x xiphidiuna und dem Ergebnis von Testosteronbehandlungen fertiler ynac2clatus- ♂♂ läßt sich folgern, daß Vorwärts,,balz" und Rückwärtsschwimmen von Xiphoplaorus maculatus reduzierte Elemente einer Wiegebalz sind. Während die beiden Elemente ursprünglich in einer Verhaltensweise, der Wiegebalz, integriert waren, treten sie jetzt im Normalverhalten unabhängig und getrennt voneinander auf und sind funktionslos. Vorwärts,, balz,, und Rückwärtsschwimmen können daher als Verhaltensrudimente bezeichnet werden. 5. Die ethologischen Ergebnisse sprechen gegen eine Einteilung der Gattung in drei Artengruppen. Durch das Auffinden einer Seitwärtsbalz bei monlezumae montezumae, die in allen Einzelheiten mit der Wiegebalz von helleri übereinstimmt, rücken diese beiden Arten so nahe zusammen, daß eine Unterscheidung von montezumae und holleri-Gruppe nicht mehr gerechtfertigt erscheint. X. pygmaeus zeigt, wenn man neben der Nominatform auch die Subspezies nigrensis berücksichtigt, sowohl zu helleri als auch zu montezumae verwandtschaftliche Beziehungen. Es wird vorgeschlagen, zu einer Einteilung in die beiden Subgenera Platypoecilus (Platies) und Xipliophorus (Schwertträger) zurückzukehren. 6. Xiphophorus milleri erwies sich vom vergleichend-etlrologischen Standpunkt aus als ein typischer Vertreter der Platies. 7. Die Frage, ob yordoni als selbständige Art oder Unterart von couchianus aufzufassen ist, wird erneut zur Diskussion gestellt. 8. Dic Aufhebung der Unterartgrenzen von helleri wird von den vergleichend-ethologischen Befunden gestützt. 9. Die auf Grund von Verhaltensmerkma1en ursprünglich vermutete Sonderstellung von maculatus innerhalb der L'ntergattung Platypoccilus konnte nicht bestätigt werden.]

Affiliations: 1: Zoologisches Staatsinstitut, Hamburg, Deutschland

10.1163/156853968X00199
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1967-01-01
2016-12-11

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