unendlich" vieler kleiner Winkel erfolgen kann. Ablenkungen um 360° erbrachten gegenüber 270° keine weiteren Steigerungen der Gegendrehungsbeträge. Beim Passieren von Ablenkungsfolgen aus zwei oder drei Winkeln erwiesen sich die Tiere - wenn auch in modifizierter Weise - zur additiven oder subtraktiven Verrechnung fähig; Winkel von 90° wurden lediglich mit Gegendrehungen von ca. 60° beantwortet. Passierten die Tiere nun eine Zweier-Winkelfolge gegensinniger Ablenkungen (z.B. 90° rechts-90° links), so wurde der aufgezwungene Mehrbetrag des zweiten Winkels durch eine geringe Gegendrehung am Korridorausgang beantwortet. Dieser Mechanismus wird zur Erklärung des permanenten Alternierens in T-Gang-Systemen herangezogen. Das HULLSche Prinzip der reaktiven Hemmung ("reactive inhibition") wird abgelehnt., Der Chilopode Lithobius forficatus L. (Myriapoda) beantwortete Ablenkungen von seiner Laufrichtung, die ihm durch gewinkelte Laufgänge aufgezwungen wurden, an den Korridorausgängen mit entsprechenden Gegendrehungen. Die Größe der Gegendrehungswinkel (Reaktionswinkel) erwies sich in zwei Versuchs-serien (Ablenkungswinkel mit 5°-Unterschieden von 0° bis 105° und Ablenkungswinkel mit 10°-Unterschieden von 0° bis 30°) als nahezu lineare Funktionen der Ablenkungsbeträge; selbst Ablenkungen von 10° wurden signifikant von einem geraden Laufgang unterschieden ("Winkelsinn"). Die nach der Gegendrehung eingeschlagene Richtung wurde über größere Entfernungen beibehalten. Die Verlängerung der Laufstrecke zwischen Ablenkung und Korridorausgang schwächte die Gegendrehungsreaktion ab, Veränderungen der Strecke zwischen Korridoreingang und Ablenkung blieben ohne Einfluß. Wenn die Tiere für die Zeit, die sie zum Durchlaufen verlängerter Strecken nach der Ablenkung benötigten, zurückgehalten wurden und dann direkt freie Richtungswahl hatten, blieb die verstrichene Zeitspanne ohne Einfluß auf die Gegendrehung. Durch die Verwendung von Bogengängen konnte gezeigt werden, daß die Perzeption des Ablenkungsbetrages auch als Summation "unendlich" vieler kleiner Winkel erfolgen kann. Ablenkungen um 360° erbrachten gegenüber 270° keine weiteren Steigerungen der Gegendrehungsbeträge. Beim Passieren von Ablenkungsfolgen aus zwei oder drei Winkeln erwiesen sich die Tiere - wenn auch in modifizierter Weise - zur additiven oder subtraktiven Verrechnung fähig; Winkel von 90° wurden lediglich mit Gegendrehungen von ca. 60° beantwortet. Passierten die Tiere nun eine Zweier-Winkelfolge gegensinniger Ablenkungen (z.B. 90° rechts-90° links), so wurde der aufgezwungene Mehrbetrag des zweiten Winkels durch eine geringe Gegendrehung am Korridorausgang beantwortet. Dieser Mechanismus wird zur Erklärung des permanenten Alternierens in T-Gang-Systemen herangezogen. Das HULLSche Prinzip der reaktiven Hemmung ("reactive inhibition") wird abgelehnt.]" /> Gegendrehung Und Winkelsinn in Der Orientierung Von Lithobius Forficatus L  »  Brill Online
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Gegendrehung Und Winkelsinn in Der Orientierung Von Lithobius Forficatus L

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[Der Chilopode Lithobius forficatus L. (Myriapoda) beantwortete Ablenkungen von seiner Laufrichtung, die ihm durch gewinkelte Laufgänge aufgezwungen wurden, an den Korridorausgängen mit entsprechenden Gegendrehungen. Die Größe der Gegendrehungswinkel (Reaktionswinkel) erwies sich in zwei Versuchs-serien (Ablenkungswinkel mit 5°-Unterschieden von 0° bis 105° und Ablenkungswinkel mit 10°-Unterschieden von 0° bis 30°) als nahezu lineare Funktionen der Ablenkungsbeträge; selbst Ablenkungen von 10° wurden signifikant von einem geraden Laufgang unterschieden ("Winkelsinn"). Die nach der Gegendrehung eingeschlagene Richtung wurde über größere Entfernungen beibehalten. Die Verlängerung der Laufstrecke zwischen Ablenkung und Korridorausgang schwächte die Gegendrehungsreaktion ab, Veränderungen der Strecke zwischen Korridoreingang und Ablenkung blieben ohne Einfluß. Wenn die Tiere für die Zeit, die sie zum Durchlaufen verlängerter Strecken nach der Ablenkung benötigten, zurückgehalten wurden und dann direkt freie Richtungswahl hatten, blieb die verstrichene Zeitspanne ohne Einfluß auf die Gegendrehung. Durch die Verwendung von Bogengängen konnte gezeigt werden, daß die Perzeption des Ablenkungsbetrages auch als Summation "unendlich" vieler kleiner Winkel erfolgen kann. Ablenkungen um 360° erbrachten gegenüber 270° keine weiteren Steigerungen der Gegendrehungsbeträge. Beim Passieren von Ablenkungsfolgen aus zwei oder drei Winkeln erwiesen sich die Tiere - wenn auch in modifizierter Weise - zur additiven oder subtraktiven Verrechnung fähig; Winkel von 90° wurden lediglich mit Gegendrehungen von ca. 60° beantwortet. Passierten die Tiere nun eine Zweier-Winkelfolge gegensinniger Ablenkungen (z.B. 90° rechts-90° links), so wurde der aufgezwungene Mehrbetrag des zweiten Winkels durch eine geringe Gegendrehung am Korridorausgang beantwortet. Dieser Mechanismus wird zur Erklärung des permanenten Alternierens in T-Gang-Systemen herangezogen. Das HULLSche Prinzip der reaktiven Hemmung ("reactive inhibition") wird abgelehnt., Der Chilopode Lithobius forficatus L. (Myriapoda) beantwortete Ablenkungen von seiner Laufrichtung, die ihm durch gewinkelte Laufgänge aufgezwungen wurden, an den Korridorausgängen mit entsprechenden Gegendrehungen. Die Größe der Gegendrehungswinkel (Reaktionswinkel) erwies sich in zwei Versuchs-serien (Ablenkungswinkel mit 5°-Unterschieden von 0° bis 105° und Ablenkungswinkel mit 10°-Unterschieden von 0° bis 30°) als nahezu lineare Funktionen der Ablenkungsbeträge; selbst Ablenkungen von 10° wurden signifikant von einem geraden Laufgang unterschieden ("Winkelsinn"). Die nach der Gegendrehung eingeschlagene Richtung wurde über größere Entfernungen beibehalten. Die Verlängerung der Laufstrecke zwischen Ablenkung und Korridorausgang schwächte die Gegendrehungsreaktion ab, Veränderungen der Strecke zwischen Korridoreingang und Ablenkung blieben ohne Einfluß. Wenn die Tiere für die Zeit, die sie zum Durchlaufen verlängerter Strecken nach der Ablenkung benötigten, zurückgehalten wurden und dann direkt freie Richtungswahl hatten, blieb die verstrichene Zeitspanne ohne Einfluß auf die Gegendrehung. Durch die Verwendung von Bogengängen konnte gezeigt werden, daß die Perzeption des Ablenkungsbetrages auch als Summation "unendlich" vieler kleiner Winkel erfolgen kann. Ablenkungen um 360° erbrachten gegenüber 270° keine weiteren Steigerungen der Gegendrehungsbeträge. Beim Passieren von Ablenkungsfolgen aus zwei oder drei Winkeln erwiesen sich die Tiere - wenn auch in modifizierter Weise - zur additiven oder subtraktiven Verrechnung fähig; Winkel von 90° wurden lediglich mit Gegendrehungen von ca. 60° beantwortet. Passierten die Tiere nun eine Zweier-Winkelfolge gegensinniger Ablenkungen (z.B. 90° rechts-90° links), so wurde der aufgezwungene Mehrbetrag des zweiten Winkels durch eine geringe Gegendrehung am Korridorausgang beantwortet. Dieser Mechanismus wird zur Erklärung des permanenten Alternierens in T-Gang-Systemen herangezogen. Das HULLSche Prinzip der reaktiven Hemmung ("reactive inhibition") wird abgelehnt.]

Affiliations: 1: Fachbereich Biologie (Zoologie) der Universität, Frankfurt a.M., B.R.D.

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