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Die Wirkung Von Untergrund Und Nestmaterial Auf Das Nestbauverhalten Des Dreistachligen Stichlings (Gasterosteus Aculeatus)

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[In dieser Arbeit befassen wir uns mit Beziehungen zwischen Nestbauhandlungen und Innen- und Aussenfaktoren. Wir untersuchen, wie Untergrund und Nestmaterial Häufigkeit, Dauer Aufeinanderfolge und Form der phasenspezifischen Handlungen der Nestbauphase beeinflussen. Wirkung des Untergrundes. Die Wirkung des Untergrundes prüfen wir in drei Versuchsreihen mit je 10 Fischen (A: Glas, B : Glas über Sand, C: Sand) auf die Nestbauhandlungen. In den Becken A und B mit harter Unterlage flattern die Stichlinge länger und fixieren Untergrund und Nestmaterial mit kleinerer Anzahl als im Becken C mit Sandboden. In den Becken A und B tritt an Stelle des Sand-Aushebens eine neue Verhaltensform auf : das Stösseln, jedoch mit weit geringerer Frequenz und ohne sich an einen bestimmten Ort festzulegen. Zeichnen wir im Becken C die Orte des Sand-Ausspuckens auf, so zeigt sich, dass der Stichling kurz vor dem Erreichen des höchsten Wertes des Sand-Aushebens sprunghaft Distanz und Winkel des Fächers erweitert. Je eher diese Erweiterung einsetzt, desto früher trägt der Stichling Nestmaterial ein. In den Becken A und B treten die eigentlichen Nestbauhandlungen später und weniger häufig auf als im Becken C : Nestmaterial-Aufnehmen und -Eintragen, Leimen und vereinzelt Stopfen. Der nur sichtbare Sandboden wirkt stimulierend auf Aufnehmen von Nestmaterial und Leimen. Nach 24 Stunden stellen wir in Becken A mit 5 und in B mit 6 sogenannten "Faden-Schleimnestern" einen geringeren Nestbauerfolg fest gegenüber 10 Nestern in C. Wirkung von Nestmaterial. Nestmaterial fehlend (A), nur sichtbar (B) oder vorhanden (C). (Drei Versuchsreihen mit je 10 Fischen, in Leiden durchgeführt). Die Fische in den Becken A und B flattern länger, das nur sichtbare Nestmaterial (B) fixieren sie weniger häufig und heben, vorerst bei kleinerer und später bei grösserer Frequenz, länger Sand aus als in Becken C. In A und B ändert sich die Form des Eintragens : an Stelle des Nestmaterials kommt Sand. Mit dem Eintragen von Sand und dem Leimen setzen die Fische bei niedrigeren Werten später ein; auch verkleinert sich der Nestbauerfolg mit 7 sogenantnen "Sand-Schleimnestern" in A und 8 in B gegenüber 10 Nestern in C etwas. Das nur sichtbare Nestmaterial wirkt stimulierend auf das Ausheben und Eintragen von Sand und auf das Leimen. Nestmaterialarten. In Wahlversuchen bieten wir getrennt Flachs/Wolle, Flachs/Polyester, Wolle/ Polyester und gemischt natürliches Nestmaterial an. In allen Versuchsreihen bevorzugen die Stichlinge jeweils eine Faserart im Aufnehmen und im Eintragen. Dividieren wir die Häufigkeitssumme des Eintragens durch die des Aufnehmens, so gibt uns der erhaltene Quotient ein Mass für die Beliebtheit einer Faserart. Ein Quotient knapp unter eins bedeutet demnach, dass die Stichlinge die jeweilige Faserart nur wenig häufiger aufnehmen als eintragen (Grünalgen 0,86, Flachs 0,81, Wolle 0,68). Ein sehr kleiner Quotient dagegen zeigt, dass die betreffende Faserart wesentlich häufiger aufgenommen als eingetragen wird (Polyester 0,32, übriges Material des natürlichen Nestmaterials 0,24). Beim Aufnehmen stellen die Stichlinge offenbar taktil mit der Schnauze fest, ob ihnen eine Faserart behagt oder nicht. Bei diesen wenig beliebten Materialien treten auch neue Verhaltensformen auf : vermehrtes Prüfen beim Aufnehmen, Nachgreifen (längere Stücke) während des Transportes und Material vom Nest wegtragen. Die relativen Mengen der einzeln eingetragenen Materialien stimmen mit dem Mass ihrer Beliebtheit gut überein. Wir können aufgrund der eingetragenen Menge folgende Reihe aufstellen: Grünalgen, Flachs, Wolle, Baumwolle, (Viscose), Polyester und übriges Material (verschieden grobe und lange, welke Pflanzenteile in den Grünalgen). Auch mit wenig beliebtem Material entstehen, bei fehlender Auswahl, gute Nester. Wirksame Eigenschaften des Nestmaterials. In mehreren Versuchsreihen prüfen wir die mögliche Wirkung der im vordern Abschnitt aufgetretenen Materialeigenschaften : Als besonders wirksam erweisen sich Oberflächenbeschaffenheit, Kohäsion, Dicke und Länge; als wenig oder nicht wirksam Gewicht und die chemische Beschaffenheit des Nestmaterials von Grünalgen und Flachs-fasern : Stichlinge unterscheiden das faulende vom frischen Material weder beim Fixieren noch im Aufnehmen und Eintragen. Menge und Reihenfolge eingetragener Materialarten. Der Anteil des feinen Materials überwiegt nach Versuchsende in allen Nestern mit 88,4%, 85,2% und 88,3% in den drei Versuchsreihen. Vom groben Material tragen die Fische während der ganzen Versuchsdauer in kleinerer Menge unregelmässig ein. Kurze Stücke gelangen vor allem im zweiten Teil der Versuchsdauer häufiger ins Nest als lange. Diese Uebereinstimmung und die Aehnlichkeit zwischen Laborriestern aus natürlichem Nestmaterial und Freilandnestern erlauben uns anzunehmen, dass auch im Freiland, bei reichlichem Vorhandensein von unterschiedlich beschaffenem Nestmaterial, Nester auf die von uns dargestellte Art entstehen., In dieser Arbeit befassen wir uns mit Beziehungen zwischen Nestbauhandlungen und Innen- und Aussenfaktoren. Wir untersuchen, wie Untergrund und Nestmaterial Häufigkeit, Dauer Aufeinanderfolge und Form der phasenspezifischen Handlungen der Nestbauphase beeinflussen. Wirkung des Untergrundes. Die Wirkung des Untergrundes prüfen wir in drei Versuchsreihen mit je 10 Fischen (A: Glas, B : Glas über Sand, C: Sand) auf die Nestbauhandlungen. In den Becken A und B mit harter Unterlage flattern die Stichlinge länger und fixieren Untergrund und Nestmaterial mit kleinerer Anzahl als im Becken C mit Sandboden. In den Becken A und B tritt an Stelle des Sand-Aushebens eine neue Verhaltensform auf : das Stösseln, jedoch mit weit geringerer Frequenz und ohne sich an einen bestimmten Ort festzulegen. Zeichnen wir im Becken C die Orte des Sand-Ausspuckens auf, so zeigt sich, dass der Stichling kurz vor dem Erreichen des höchsten Wertes des Sand-Aushebens sprunghaft Distanz und Winkel des Fächers erweitert. Je eher diese Erweiterung einsetzt, desto früher trägt der Stichling Nestmaterial ein. In den Becken A und B treten die eigentlichen Nestbauhandlungen später und weniger häufig auf als im Becken C : Nestmaterial-Aufnehmen und -Eintragen, Leimen und vereinzelt Stopfen. Der nur sichtbare Sandboden wirkt stimulierend auf Aufnehmen von Nestmaterial und Leimen. Nach 24 Stunden stellen wir in Becken A mit 5 und in B mit 6 sogenannten "Faden-Schleimnestern" einen geringeren Nestbauerfolg fest gegenüber 10 Nestern in C. Wirkung von Nestmaterial. Nestmaterial fehlend (A), nur sichtbar (B) oder vorhanden (C). (Drei Versuchsreihen mit je 10 Fischen, in Leiden durchgeführt). Die Fische in den Becken A und B flattern länger, das nur sichtbare Nestmaterial (B) fixieren sie weniger häufig und heben, vorerst bei kleinerer und später bei grösserer Frequenz, länger Sand aus als in Becken C. In A und B ändert sich die Form des Eintragens : an Stelle des Nestmaterials kommt Sand. Mit dem Eintragen von Sand und dem Leimen setzen die Fische bei niedrigeren Werten später ein; auch verkleinert sich der Nestbauerfolg mit 7 sogenantnen "Sand-Schleimnestern" in A und 8 in B gegenüber 10 Nestern in C etwas. Das nur sichtbare Nestmaterial wirkt stimulierend auf das Ausheben und Eintragen von Sand und auf das Leimen. Nestmaterialarten. In Wahlversuchen bieten wir getrennt Flachs/Wolle, Flachs/Polyester, Wolle/ Polyester und gemischt natürliches Nestmaterial an. In allen Versuchsreihen bevorzugen die Stichlinge jeweils eine Faserart im Aufnehmen und im Eintragen. Dividieren wir die Häufigkeitssumme des Eintragens durch die des Aufnehmens, so gibt uns der erhaltene Quotient ein Mass für die Beliebtheit einer Faserart. Ein Quotient knapp unter eins bedeutet demnach, dass die Stichlinge die jeweilige Faserart nur wenig häufiger aufnehmen als eintragen (Grünalgen 0,86, Flachs 0,81, Wolle 0,68). Ein sehr kleiner Quotient dagegen zeigt, dass die betreffende Faserart wesentlich häufiger aufgenommen als eingetragen wird (Polyester 0,32, übriges Material des natürlichen Nestmaterials 0,24). Beim Aufnehmen stellen die Stichlinge offenbar taktil mit der Schnauze fest, ob ihnen eine Faserart behagt oder nicht. Bei diesen wenig beliebten Materialien treten auch neue Verhaltensformen auf : vermehrtes Prüfen beim Aufnehmen, Nachgreifen (längere Stücke) während des Transportes und Material vom Nest wegtragen. Die relativen Mengen der einzeln eingetragenen Materialien stimmen mit dem Mass ihrer Beliebtheit gut überein. Wir können aufgrund der eingetragenen Menge folgende Reihe aufstellen: Grünalgen, Flachs, Wolle, Baumwolle, (Viscose), Polyester und übriges Material (verschieden grobe und lange, welke Pflanzenteile in den Grünalgen). Auch mit wenig beliebtem Material entstehen, bei fehlender Auswahl, gute Nester. Wirksame Eigenschaften des Nestmaterials. In mehreren Versuchsreihen prüfen wir die mögliche Wirkung der im vordern Abschnitt aufgetretenen Materialeigenschaften : Als besonders wirksam erweisen sich Oberflächenbeschaffenheit, Kohäsion, Dicke und Länge; als wenig oder nicht wirksam Gewicht und die chemische Beschaffenheit des Nestmaterials von Grünalgen und Flachs-fasern : Stichlinge unterscheiden das faulende vom frischen Material weder beim Fixieren noch im Aufnehmen und Eintragen. Menge und Reihenfolge eingetragener Materialarten. Der Anteil des feinen Materials überwiegt nach Versuchsende in allen Nestern mit 88,4%, 85,2% und 88,3% in den drei Versuchsreihen. Vom groben Material tragen die Fische während der ganzen Versuchsdauer in kleinerer Menge unregelmässig ein. Kurze Stücke gelangen vor allem im zweiten Teil der Versuchsdauer häufiger ins Nest als lange. Diese Uebereinstimmung und die Aehnlichkeit zwischen Laborriestern aus natürlichem Nestmaterial und Freilandnestern erlauben uns anzunehmen, dass auch im Freiland, bei reichlichem Vorhandensein von unterschiedlich beschaffenem Nestmaterial, Nester auf die von uns dargestellte Art entstehen.]

Affiliations: 1: Zoologishes Institut der Universität Bern, Abteiling Verhaltensforschung, Bern, Schweiz

10.1163/156853980X00131
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1980-01-01
2016-12-07

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